VielSehn-Magazin stärkt unsere Region und braucht jetzt unsere Hilfe

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VielSehn-Magazin stärkt unsere Region und braucht jetzt unsere Hilfe

Manuela Heberer, Gründerin des regionalen VielSehn-Magazins startet eine Crowdfunding-Kampagne. Wir haben die Journalistin und begeisterte Mecklenburgerin über das VielSehn-Magazin und ihren Antrieb ausgefragt, ein neues Printprodukt in der heutigen Zeit auf dem Markt zu bringen.

Manuela, für alle die Dich noch nicht kennen, wer bist Du und wo kommst Du her?

Ich bin gebürtige Schwerinerin, komme also von hier. Ich war 4 Jahre weg und wollte wieder nach Hause – ich bin durch und durch Mecklenburgerin

Seit über 10 Jahren arbeite ich freiberuflich und berichte über Stories, Geschichten und Menschen aus MV. Daraus ist die Idee für das VielSehn-Magazin entstanden. Mir sind so viele tolle Dinge begegnet und ich dachte, das müssen alle wissen. Darüber muss ich schreiben.

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Manuela Heberer gründete das VielSehn-Magazin aus idealistischer Motivation. Die Schwerinerin will zeigen, dass es lohnt auf die Meckl. Seenplatte zu schauen, denn es gibt eine Menge zu entdecken!

Was ist das VielSehn-Magazin?

Das Magazin ist eine Konsequenz der letzten 10 Jahre. Es gibt so viele Geschichten, die nicht immer aktuellen Bezug haben, sondern Projekte und Engagements, die Menschen im ländlichen Raum teils im Verborgenen realisieren. Über diese Menschen liest und hört man meiner Meinung nach viel zu wenig. Ich dachte, dafür müssen wir Raum schaffen, in MV und über die Grenzen hinaus.

Mein Ziel ist es, den Menschen in MV aufzuzeigen: Schaut mal, was wir hier haben! Das Gleiche natürlich nach außen. Aber auch Vorurteile aufbrechen, dass es an der Ostsee ganz schön ist aber sonst in MV nichts los. Hier gibt es mehr als Nazis und rechtsdenkende Menschen, es gibt Vielfalt! Daraus ist das VielSehn-Magazin entstanden.

Wir sind im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gestartet, dank Förderung. Das Projekt ist aufwändig: Wir recherchieren alles selber, geben großflächigen Bildern viel Platz, das ist nicht selbstverständlich!

Du sagst wir, wer steckt eigentlich hinter dem VielSehn-Magazin?

Wir, das sind Georg Hundt, Fotograf aus Wismar. Wir kennen uns schon aus anderen Projekten. Ich wusste immer, wenn ich ein Magazin machen werde, dann mit Georg. Wir sind seit zwei Jahren gemeinsam unterwegs.

Die dritte im Bunde ist Antje Siggelkow, auch aus MV. Sie macht aus Georgs Bildern und meinen Texten das Layout und das fertige Heft. Das ist für mich immer spannend zu sehen, was Antje aus unserem Material macht.

Hochwertig und geschmackvoll ist jede Ausgabe des VielSehn-Magazins.

Seit wann gibt es das VielSehn-Magazin und was war Deine Motivation, etwas Eigenes zu starten?

Mit der gedruckten Ausgabe sind wir im Sommer 20221 gestartet. Das Jahr davor haben wir erste Geschichten online veröffentlicht. Parallel haben wir das Print-Konzept entwickelt, Themen, Umfang und so weiter. Bisher konnten wir vier Hefte fertigstellen und in den Handel bringen. Unser ursprünglicher Plan war es drei bis vier Hefte pro Jahr zu erarbeiten, denn Themen gibt es genug.

Und zu meiner Motivation: Eigentlich ist es verrückt, in diesen Zeiten ein Printprodukt neu auf den Markt zu bringen. Ein rein unternehmerisch denkender Mensch hätte das nicht getan. Ich bin idealistisch.

Ich wollte zeigen, dass es etwas gibt außer destruktives Denken. Ich wollte etwas tun, gegen Resignation der Menschen. Zwischen den Zeilen gibt es auch im VielSehn-Magazin kritische Ansätze, Im Grunde wollen wir das Positive zeigen, was wir haben und mit welchen Werten wir wuchern können.

Wir können nach außen ruhig stolz sein. Dazu wollen wir beitragen und das Schöne und Lebenswerte zeigen. Und nicht zuletzt bin ich gerne Journalistin. Ich liebe das Schreiben und ich liebe es, schöne Geschichten aufzuspüren.

Was ist am VielSehn-Magazin anders als bei anderen regionalen Magazinen?

An Tageszeitungen stört mich, dass einige Geschichten nicht ausreichend abgebildet sind, sondern kurz und knapp. Die Artikel werden dem nicht gerecht.

Wir nehmen uns den Platz. Das muss man bewusst wollen, denn es ist teuer, Fotos und Text viel Raum zu geben. Wir wollen keine Bleiwüsten!

Bei uns geht es nicht um tagesaktuelle Berichterstattung. Und es geht nicht darum, den Mainstream abzubilden. Wir wollen die Perlen aufspüren. Wir wollen Geschichten, die es sonst nicht in die Öffentlichkeit schaffen. Für den ländlichen Raum gibt es kein vergleichbares Medium, wenn man von touristischen Publikationen absieht, diese folgen einem anderen Thema und haben eine andere Leserschaft. Es gibt viele Regionen in MV, die touristisch nicht so stark frequentiert sind, genau da gehen wir hin, so können auch Einheimische Neues entdecken. Wir greifen vergessene noch unbekannte Ecken auf für sie auf. Was ist mit den Ecken Zwischen Altentreptow und Demmin oder Malchin und Teterow? Wenn man genauer hinsieht, dann entdeckt man ganz viele tolle Menschen, die spannende Sachen machen, die suchen wir uns und geben ihnen Raum.

Auch für Unternehmen ist das Magazin eine interessante Option. Aus unserer Sicht ist es wichtig und für Unternehmen aus der Region eine gute Möglichkeit, weil es in Zeiten von Fachkräftemangel wichtig ist, Akzente zu setzen und Argumente zu liefern, warum Menschen in der Region gut leben und arbeiten können. Unternehmen können hier aktiv unterstützen Anreize zu schaffen und Menschen anzulocken, in unsere Region zu kommen. Weiche Standortfaktoren sind auch wichtig, um die Region attraktiver „wirken“ zu lassen. Unser Magazin ist ein perfektes Geschenk für neue Kollegen im Unternehmen. So können sie mit dem Magazin die Umgebung entdecken.

Kleiner Einblick in die Themen im VielSehn-Magazin.

Warum sollten sich die Menschen unbedingt das Magazin abonnieren/kaufen?

Gute Frage! Aus Perspektive der Menschen hier: Geschichten lesen, die sie sonst nicht lesen, Einblicke in Orte und Projekte, die sonst nur oberflächlich beleuchtet werden. Sie können eintauchen und das Land besser kennenlernen und Neues entdecken. Wir wollen ein positives Gefühl verbreiten.

Das VielSehn-Magazin kann auch Anknüpfungspunkte und Impulse liefern, z. B., um eigene Projekte umzusetzen oder mit anderen Menschen zusammen Ideen zu realisieren. Wir bringen Menschen zusammen, innerhalb MV und auch von außen.

Wir haben viele Abonnenten in Berlin und in ganz Deutschland, die wollen offensichtlich genau diese Geschichten lesen und entdecken – über Menschen, die bisher nicht in der Öffentlichkeit standen. Wir verhelfen Geschichten zu mehr Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit.

Nebenbei konnten wir auch andere Journalisten anstupsen, weiter zu berichten. Sie sind durch uns auf Menschen und Themen aufmerksam geworden und nutzen das als Inspirationsquelle für ihre Arbeit.

Wo können Interessierte euer Magazin finden?

Das VielSehn-Magazin bekommt man deutschlandweit im Bahnhofshandel. Das war von Anfang an unser Ziel. In MV, Hamburg, Berlin und Brandenburg sind wir engmaschig im Zeitungshandel zu finden. Im ländlichen Raum haben wir viele Sonderverkaufsstellen: Regionalläden, Museen, Galerien, Stadtinformationen, Touristinformationen. Diese Sonderverkaufsstellen wollen wir weiter ausbauen. Und man kann es über unsere Website abonnieren. Dann kommt es bequem nach Hause.

Fotograf Georg Hundt erobert als “Gorch auf Tour” das Herz der Mecklenburgischen Seenplatte mit dem Rad.
Die lesenswerten Berichte erscheinen im VielSehn-Magazin.

Du erzählst von versteckten Menschen und Geschichten, Wie kommt ihr an die Menschen und Geschichten? Wir findet ihr eure Themen?

Tatsächlich sind das oft Zufälle. Wir sind viel im Land unterwegs. Und wenn wir irgendwo sind, fragen wir auch, ob es Dinge gibt, über die wir berichten sollten. Auch Netzwerke, wie das Netzwerk Seenplatte sind eine gute Quelle für Geschichten und Menschen. Von Euch haben wir den Tipp, einmal zur Erzählkirche nach Sietow zu fahren. Daraus entstand die Idee, eine ganze Reihe über Kirchen zu machen.

Auch über Social Media kamen und kommen einige Tipps. Manchmal schrieben uns auch Menschen direkt an und erzählen uns von Projekten. Das ist ganz unterschiedlich.

Hast Du Sorge, dass euch die Geschichten eines Tages ausgehen könnten?

Nein! Auf keinen Fall, es ist tatsächlich so, dass wir bei der Erstellung der Hefte kaum hinterherkommen. Ich habe das Gefühl, wenn ich fünf Themen abgearbeitet habe, stehen zehn Neue an. Die Liste wächst stetig, es kommt immer Neues dazu. Ich habe keine Sorge, im Gegenteil. Ich glaube wir könnten themenmäßig locker mehr Hefte im Jahr herausbringen, wenn wir es personell und finanziell schaffen würden.

Blick in das aktuelle Heft, das mit viel Liebe zur Region gestaltet wird!

Du sprichst von finanziellen Schwierigkeiten, erzähl mal genauer.

Ein Heft zu produzieren mit 100 Seiten, vielen Bildern und langen Geschichten ist sehr teuer. Wir recherchieren, nehmen uns Zeit, fahren immer raus und sind persönlich vor Ort. Drei Mitarbeiter stellen dann alles mit viel Aufmerksamkeit zusammen, damit so ein schönes Produkt am Ende des Tages herauskommt.

Dazu kommt, dass die Papierkosten wahnsinnig gestiegen sind. Die Preise haben sich fast verdoppelt. Wir versuchen solche Fixkosten durch Anzeigen zu finanzieren. Aktuell ist das schwierig, da auch die äußeren Umstände schwierig sind. Unternehmen buchen nicht mehr so viele Anzeigen, sind vorsichtig.

Man könnte sagen, es ist Luxus und wir machen das nicht. Wir als Team sind überzeugt, dass wir genau das brauchen. Wir wollen nicht nur online veröffentlichen, sondern einen Gegenpart setzen, zu allem, was online ist. Man wird zugeballert mit Online-Informationen. Ich bin überzeugt, dass viele Themen für Online nicht geeignet sind.

Der ländlicher Raum braucht dieses Magazin und es hat eine reale Chance zu bestehen. Wir brauchen einfach Zeit, das Magazin zu etablieren, Partner zu finden, regelmäßige Anzeigenkunden zu binden, die es mittragen und den Nutzen darin sehen, die Seenplatte und MV als attraktiven Ort zu zeigen.

Aktuell sind wir an dem Punkt, das nächste Heft rauszubringen aber die Finanzierung ist nicht ausreichend, darum haben wir uns entschieden, ein Crowdfunding zu starten.

Wir rufen euch auf: Leute, wenn wir dieses Heft behalten wollen, muss jetzt was passieren, sonst schaffen wir das nicht! Wir machen es für die Region. Das muss jetzt plakativ nach außen kommen.

Das Heft gibt es deutschlandweit im Bahnhofshandel, an Sonderverkaufsstellen oder im Abo.

Wo findet man eure Crowdfunding-Kamapgne?

Die Kampagne läuft bei startnext.com. Da haben wir unser Projekt vorgestellt.

Diejenigen die uns unterstützen, wir hoffen dass das ganz viele sind, bekommen viele verschiedene Formen als Dankeschön von uns: Stoffbeutel, Magazin-Ausgaben, Storytellings, Fotoshootings und so weiter. Und hier haben wir nicht nur an private Unterstützer gedacht, sondern auch an Unternehmen. Das Magazin oder die Gegenleistungen sind auch ein prima Geschenk, gleichzeitig könnt ihr uns unterstützen.

Wann startet euer Crowdfunding?

Ich hoffe, morgen, lacht. Das ist ja Freitag, der 13. Ach vielleicht räumen wir so mit Vorurteilen auf. Bis Mitte Februar läuft die Kampagne.

Wie kann man Euch sonst noch unterstützen?

Jeder der es gut findet und weitererzählt, hilft uns. Unsere Beiträge in den sozialen Netzwerken teilen ist ebenfalls hilfreich, für uns ist die Bekanntheit wichtig. Auch neue Sonderverkaufsstellen helfen uns. Wir hoffen auf mehr Ferienwohnungsbetreiber, die das Heft präsentieren oder in Ferienwohnungen auslegen für ihre Gäste. Ein Heft oder ein Abo ist ein prima Geschenk beim nächsten Geburtstag.

Das Interview hat Judith mit Manuela am 12. Januar 2023 geführt.

Netzwerk Seenplatte