Cowork in MV – Was gibt’s Neues?

Katja Thiede katja@coworkland.de_k

Cowork in MV – Was gibt’s Neues?

CoWork? – Land! Katja Thiede unterstützt Kommunen und Gründer*innen bei der Entwicklung von Coworking-Konzepten

Seit August hat die bundesweit aktive CoWorkLand Genossenschaft nun auch eine Regionalvertretung in MV. Katja Thiede, selbst Gründerin und Betreiberin eines Coworking Spaces in Berlin und Rückkehrerin nach Meck Pomm, berät vom Kiez Büro in Neustrelitz aus alle, die sich für das Thema Coworking interessieren und begeistern. 

Katja, was begeistert dich am Coworking?

Meine eigene Erfahrung als Gründerin und Betreiberin eines Coworking Spaces hat mir gezeigt, dass Coworking so viel mehr sein kann, als nur ein Arbeitsplatz mit WLAN in schicken Räumen. Seit wir 2016 mit unserem Space juggleHUB Coworking gestartet sind, haben wir so viele tolle Menschen kennengelernt, ein großes Netzwerk aufgebaut, hunderte Veranstaltungen gehostet, Gründer*innen begleitet, Workshops mit Schüler*innen durchgeführt, Nachbarschaftsfeste gefeiert und vieles mehr. Der Space ist so zu einem wichtigen Ankerpunkt für viele geworden und es sind schöne Verbindungen zwischen Menschen entstanden, die weit über das gemeinsame Arbeiten unter einem Dach hinausgehen. 

Welche Chancen hat Coworking, deiner Ansicht nach, für MV?

MV ist sehr vielfältig und Coworking-Konzepte sind es auch. Ich denke, Coworking kann in verschiedenen Ecken von Meck Pomm ganz unterschiedlich aussehen. Konzepte am Reißbrett zu entwerfen und dann in eine Region zu verpflanzen, halte ich für schwierig. Ich plädiere immer dafür, die Gegebenheiten und Menschen vor Ort erstmal kennenzulernen, in den Austausch zu gehen und zu gucken, wo man andocken kann. Was nicht heißt, dass man nicht auch mal etwa ganz Neues wagen kann und sollte. Auch das gehört natürlich dazu. Coworking wird nicht umsonst mit Innovation in Verbindung gebracht. Gleichzeitig wird nicht jede Fachwerkscheune zum neuen Startup-HUB. Um Coworking gut in der Region zu verankern, ist es sinnvoll, sich die Stärken des Landes vor Augen zu führen, etwa im Bereich Natur, Tourismus, Nachhaltigkeit, Landwirtschaft oder Küstenbewirtschaftung. Da steckt Musik drin. Gleichzeitig lohnt es sich, die Herausforderungen der Menschen in den Blick zu nehmen und dafür kreative Lösungen zu schaffen. Ich denke zum Beispiel an die zehntausenden Pendler*innen. Wenn diese plötzlich wieder wohnortnah arbeiten, essen gehen und einkaufen würden und dazu noch mehr Zeit hätten, um sich z.B. im Ort zu engagieren, wie würde das wohl die Dörfer und Städte verändern? Bei diesen Gedankenexperimente kribbelt es mich in Bauch und Fingern.

Du bist nach 17 Jahren Berlin wieder in deine Heimat zurückgekehrt. Was bringst du aus dieser Zeit hierher mit?

Auf jeden Fall den Gründer*innen-Spirit. Berlin ist gefühlt ein großer kreativer Spielplatz. Aber auch einer, der immer enger wird. In Meck Pomm haben wir so viel Freiraum, was die wunderschöne Natur angeht, aber auch bildlich gesprochen. Diesen Freiraum können und sollten wir nutzen, um tolle neue Lösungen für ein gutes Zusammenleben und -Arbeiten zu entwickeln.

Gemeinsam mit Judith Kenk vom Netzwerk Seenplatte fand am 24.08.2021 ein gemeinsamer digitaler Austausch statt. Zahlreiche Menschen mit der Idee, ein CoWork zu gründen oder die schon gegründet haben, stellten ihre Fragen an die Expertin. Es wird weitere Termine geben. Wenn Du dabei sein möchtest, dann checke unseren Eventkalender oder melde Dich per Mail bei Katja Thiede direkt katja@coworkland.de oder bei Judith vom Netzwerk unter judith@netzwerk-seenplatte.de.

Das Interview wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Katja Thiede.

Netzwerk Seenplatte